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30/09/2002: Was hat Porto Alegre gemeinsam mit Piacenza
Ich
habe festgestellt, dass die Städte im Inneren gastfreundlicher sind als die
Hauptstädte; aber Piacenza war ein Ort, der überraschte. Diese kleine
italienische Stadt, in der Nähe von Mailand gelegen, war der gastlichste Platz
auf meiner ganzen Reise durch Europa. Das fing beim Taxifahrer an, der seine
Fahrt kostenlos anbot, da er anfangs eine falsche Auskunft gegeben hatte; alle
Personen empfingen mich mit einem Lächeln, besonders, als ich sagte, dass ich
Brasilianerin sei oder besser: braziliana... Vielleicht ist Piacenza so, da es keine
Touristenstadt ist, dafür aber eine typische italienische Stadt aus dem Inneren.
Sie ist nicht so klein, besitzt ein gutes kommerzielles Zentrum - und
freundschaftliche Preise! - Plätze und Kirchen, außer der Ruhe, die nur Städte
des Inneren vermitteln. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Platz
Cavalli mit dem im mittelalterlichen Stil gehaltenen Museum und dem Denkmal, zum
Gedächtnis derer, die im ersten und zweiten Weltkrieg gefallen sind. In der Nähe
dieses Platzes, etwas zentraler, am Platz der Duomo, liegt die Kathedrale de
Santa Maria Assunta, welche die Stadt segnet. In dieser Kirche aus dem XII.Jahrhundert,
die 1122 fertiggestellt wurde, ruhen die sterblichen Reste des abenteuerlustigen
Giovanni Battista Scalabrini, Gründer einer Kongregation, in verschiedenen Ländern
der Welt zu finden, auch in Brasilien. Die alten Häuser, die Straßen mit
Pflastersteinen, der liebliche Rytmus des Sprechens der Italiener sind ein
Merkzeichen in Piacenza. In der Kongregation der scalabrianischen
Schwestern, der Ort, der mich an den beiden Tagen beherbergte, an denen ich
Piacenza kennenlernte, vermittelte mir weiteres Entgegenkommen. Die Schwestern
erzählten mir interessante Geschichten von der Stadt und von Scalabrini. Wer würde
ahnen, dass ich im Innern von Italien eine katholische Kongregation antreffen würde,
die am Anfang des vergangenen Jahrhunderts ihre ersten Schritte nach Brasilien
lenken würde, mit Tätigkeit besonders in Rio Grande do Sul! Ein gutes Beispiel
der scalabrianischen Anwesenheit im Staat heute ist das Hospital Mãe de Deus,
eines der besten in Rio Grande do Sul. In dem Haus, in dem ich untergebracht war, hatte
ich die Gelegenheit, das Museum des abenteuerlustigen Scalabrini, Gründer der
Kongregation, zu besuchen und von den Schwestern die interessante Geschichte
seines Lebens zu hören. Scalabrini ist in der Lombardie, Italien, 1839 geboren;
er war 36 Jahre lang Bischof von Piacenza. In dieser Zeit, zum Ende des XIX.Jahrhunderts,
begaben sich im Lande drastische Veränderungen auf sozialem Gebiet, die viele
Italiener zwangen, nach Amerika auszuwandern: in die USA, nach Brasilien,
Argentinien und in andere Länder. Scalabrini, der mit den Schwierigkeiten der
italienischen Auswanderer in den fremden Ländern mitfühlte, lenkte die
Aufmerksamkeit auf dieses Problem und mobilisierte andere Bistümer mitzuhelfen.
Es war nötig, Missionare auszusenden, um den Glauben der italienischen
Auswanderer zu stärken und überdies diesen Personen soziale Hilfestellung zu
geben. Mit dem Ziel, die kulturelle und religiöse
Identität der Auswanderer zu schützen, gründete Scalabrini 1887 die
Kongregation der Missionari di San Carlo Borromeo, unter enger Mitarbeit von
Pater Giuseppe Manchetti, der als Missionar nach São Paulo, in Brasilien,
abgesandt wurde, um den Auswanderern beizustehen. Etwas später, 1895, gründete
Scalabrini die Kongregation delle Sorelle Missionarie di San Carlo
Borromeo-Scalabriniane gemäß der Notwendigkeit, weibliche Kräfte zu haben,
die den Waisen der Einwanderer helfen konnten. In diesem Prozeß war das Handeln der Schwestern
Assunta Marchetti, Carolina Marchetti, Angela Larini und Maria Franceschini
entscheidend. Sie waren die ersten, die nach Brasilien reisten, entsandt von
Scalabrini, um den italienischen Einwanderern in ihren Bedürfnissen beizustehen.
Scalabrini selbst erprobte es, als Auswanderer zu leben, indem er “Auswanderer
mit den Auswanderern” war und 1901 nach den Vereinigten Staaten ausreiste; der
Zweck war, die italienischen Kolonien in diesem Lande zu besuchen. 1904 schiffte
er sich nach Brasilien ein, wo er durch den Staat São Paulo reiste, dann stieg
er in Rio Grande do Sul ab, wo er mit dem Pferd die Städte Nova Bréscia,
Farroupilha, Santo Antônio da Patrulha unter anderen, besuchte. Jedoch haben
diese langen Reisen, in wesentlich schlechteren Bedingungen als heute, dazu
beigetragen, dass seine Gesundheit angegriffen wurde. Auf dem Rückweg, schon in
Piacenza, starb er 1905. Seine Leiche ruht in der Kathedrale der Stadt, der
Basilica di Santa Maria Assunta, auf der Piazza del Duomo. Aber der Einsatz von Pater Scalabrini war nicht
umsonst. Der Orden hat sich erweitert und ist heute in 22 Ländern anwesend: in
Afrika, Asien, Amerika und Europa und mit 815 Menschen. Im Volksmund ist
Scalabrini als der “Vater der Auswanderer” bekannt, da er den Grundstein zur
Kongregation legte, die noch heute als wichtigste Aufgabe den Beistand für die
Auswanderer ansieht. In Piacenza bietet das Migrationszentrum Scalabrini den in Italien lebenden
Ausländern Hilfe an, wie Italienischstunden, Schule, ärztliche Hilfe und
Religionsunterricht. Die Schwester Maria Jacomina Vernonese gründete in Porto
Alegre das Hospital
Mãe de Deus (HMD),
welches eines der besten und gut ausgestattetsten der Gaúcho - Hauptstadt ist.
Das HMD, ist wirklich der prinzipielle Lieferant eines weitläufigen Netzes von
Einrichtungen und von Dienstleistungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens und
der Erziehung; und damit verwirklichen sie einen beträchtlichen Auftrag ihrer
Ordensregeln, die in verschiedenen sozialen Wirkungsbereichen zum Ausdruck
kommen, Hebel für so erfolgreiche Unternehmenstätigkeit. Vor nicht langer Zeit
waren sie erneut gegenwärtig und in größerem Ausmaß. Das HMD schuf ein neues
Unternehmen, von sehr großer Bedeutung, gelegen im Gebiet von der Av. Carlos
Gomes, in Porto Alegre. Es heißt Mãe
de Deus Center. Das war eine schöne Geschichte zum Anhören, in
einer italienischen Stadt mit liebenswürdigem Volk, das seine eigene Geschichte
und deren Entwicklung würdigt. Bilder
von Piacenza: -
Platz Duomo: 1 - Stadtzentrum:
1 - Kirche:
1 - Reliquie von Scalabrini: 1 - Statue von Scalabrini: 1 - Brustbild von Scalabrini: 1 - Schlafzimmer von Scalabrini: 1 -
Grabmal von Scalabrini:
1,
2 - Garten mit dem Bild von Maria: 1 - Denkmal der Kriegsopfer: 1 Bilder
von Milano, Stadt in der Nähe von Piacenza: - Platz Duomo:
1 - Galerie Vitorio
Emanuele: 1,
2,
3 - Dom: 1 von Traduzca übersetzt |